„Satire“ zum Zensus?

Es ist eine Sache, ob man die wirklich kritikwürdigen Punkte  (hier einige als Beispiel) zum Zensus 2011 nicht anspricht und es nicht schafft einen fundierten kritischen (satirischen) Beitrag zu dem Thema zu machen. Ich habe in den letzten Wochen noch keinen guten Beitrag zu dem Thema (der über ein bisschen Comedy hinausgeht) gesehen (was nicht heißt, dass es ihn nicht gibt…).

Dass es noch schlimmer geht, hat die heute show in ihrer letzten Sendung  (20. Mai) bewiesen:

In einem kurzen Beitrag werden zunächst etwas „uninformiertere“ Menschen ob ihrer Bedenken lächerlich gemacht, um dann anschließend einen der aktivsten Kritiker des Zensus2011 ans Bein zu pinkeln: Michael Ebeling, der z.B. auf http://vobo11.de fundierte kritische Informationen zum Zensus bereitstellt, wird vorgeworfen er solle sich mal nicht so über das bisschen Datensammelei aufregen, denn er selbst stelle ja auf seiner Infoseite seinen Namen, Adresse und Emailadresse (in Fachkreisen auch Impressum genannt) zur Verfügung.

Dass man in Deutschland per Gesetz von dem gleichen Organ was die Bevölkerung zum Zensus zwingt, auch dazu gezwungen wird seine Kontaktdaten ins Internet zu stellen wenn man eine Webseite betreibt (Impressumspflicht), scheint die Redaktion der heute show nicht zu wissen.

Extrem peinlich und leider auch gefährlich.

Denn das einzige was bei den Zuschauern dieser Tage hängen bleibt: Der Zensus ist garnicht so schlimm – ist ja wie Facebook – und die ganzen aktiven Datenschützer machen immer ’ne große Show und eigentlich veröffentlichen ja heute alle ihre Daten allüberall.

Eigentlich schade – es gibt genügend Punkte die man beim Zensus (auch satirisch) ansprechen könnte. Stattdessen gibt es nur Comedy und ultra-light-Witze und immer wieder vergleiche mit den völlig (freiwilligen und bußgeldlosen) Datensammlungen von Google, Facebook und co. Unsere Machthaber reiben sich die Hände, so viel Desinformation und Ablenkungsmanöver haben sie bestimmt nicht erwartet.

3 Antworten zu „Satire“ zum Zensus?

  1. ebertus sagt:

    Danke für den Hinweis, den Link auf meinen Blog beim Freitag. Und eine Satire war es eher nicht, was mir da so spontan in Erinnerung kam – als einer der Verweigerer, damals 1987 in Berlin (West, versteht sich). Alles nicht so schlimm heute, und wer nichts zu verbergen hat…

    • Timo sagt:

      @ebertus
      Wer nichts zu verbergen hat, soll sich nicht gegen die Datensammelflut der Regierung wehren? Also sind alle hart erstrittenen Rechte eigentlich nur für Leute, die etwas zu verbergen haben, wie Straftäter und dergleichen? Informationelle Selbstbestimmung zum Beispiel? Gilt nicht mehr für ehrliche Leute? Komische Einstellung. Auch ich habe als ehrlicher Mensch ein Recht auf Privatsphäre. Gegen das 300 € Bußgeld würde ich bis zum Ende klagen.

  2. globalewelt sagt:

    Daten die ich freiwillig von mir gebe ist was anderes, als Daten jemanden unter Androhungen zu geben.
    Wer mir Droht, bekommt eine Drohung zurück.
    Die BRD-GmbH Gesetze interessieren nicht die Bohne.
    Die BRD-GmbH ist kein Rechtsstaat und kann ohne Befugnisse keine Gesetze anordnen.
    AUS-ENDE der Diskussionen.

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