Leistungsschutzrecht und Springer

Seit ein paar Wochen gibt es eine Diskussion um das sogenannte Leistungsschutzrecht im Netz.

Soeben habe ich auf Netzpolitik.org einen schönen Beitrag von Zapp zu dem Thema gefunden:

Besonders dreist ist natürlich dass die großen Medienhäuser auf der einen Seite immer größere Gewinne einfahren und auf der anderen Seite der Politik ihren Wunschzettel diktieren. Logisch ist es leider, wer berichtet sonst noch positiv über unsere Politiker?

Vor ein paar Monaten, als die Debatte um den Staatstrojaner so richtig in Gang war, fragte auch jemand von der Springer Presse (Bild-Online-TV o.Ä.) bei mir an. Sie hätten gerne ein paar Nutzungsrechte an meinem Film „Du bist Terrorist„. Selbstverständlich kostenlos.

Es wäre ja schließlich eine Ehre, wenn meine Arbeit auf einer Bild-Seite zu sehen sei – und es würde mir Aufmerksamkeit bringen. Eine übliche Anfrage – gefolgt von einem meist peinlichen hin und her per Email. So gut wie nie kommt bei sowas eine angemessene Entlohnung raus. Im Falle dieser Anfrage vom milliardenschweren Springerkonzern: ein kleines Taschengeld welches ich dankend ablehnte.

 

Ich frage mich ob diese Leute auch bei jeder Neueröffnung eines Fotografen auf kostenlose Passbilder bestehen – der Fotograf kann ja schließlich stolz, sein dass so edle Menschen sich von ihm fotografieren lassen. Für die Verwendung des Passbilds in Bewerbungen und Ausweis verlangen sie dann natürlich Geld.

 

Es wäre wünschenswert wenn die Politik sich mehr um die gerechtere Entlohnung freier Mitarbeiter kümmern würde – oder zumindest die Seite der gierigen Großen nicht noch weiter stärkt.

 

Erst wenn der letzte freie Autor verhungert ist, werden die Politiker und Verlage bemerken, dass umformulierte Pressemitteilungen keine schutzwürdigen Leistungen sind.

Eine Antwort zu Leistungsschutzrecht und Springer

  1. Wolf sagt:

    Ähnliches erlebte ich mit der Redaktion einer Öffentlich Rechtlichen TV- Anstalt. Die Redakteurin wollte im Morgenmagazin mein YouTube- Video über einen, einer schweren Straftat beschuldigten MdB senden – selbstverständlich kostenlos, mit einer vergleichbar dümmlichen „das-ist-doch-eine-Ehre-für-Sie“- Argumentation.
    Der zweite Fall ist noch etwas dreister. Die Fernsehredaktion einer anderen Landesrundfunkanstalt drehte mit mir den Hintergrund eines meiner anderen Videos nach, inklusive einiger Original-Ausschnitte. Erst auf mehrere Nachfragen am Drehort bekam ich per Post einen Blanko- Vertrag, in dem ich auch das Feld „Honorvorstellungen“ ausfüllte, mit dem, für TV- Beiträge üblichen Honorarsatz. Honorar und Reisekosten sind seit drei Jahren überfällig. Bisherige Reaktion auf meine gelegentlichen Nachfragen: Null!

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